UMTS 900: 40% der Mobilfunkstationen überflüssig
Pressemitteilung Booz Allen Hamilton
01.08.2006 Wien
UMTS 900: 40% der Mobilfunkstationen überflüssig
Die Einführung eines UMTS-Netzes auf der Frequenz 900 Megahertz anstelle der bisherigen 2.100 Megahertz ermöglicht Netzbetreibern 30% Kosteneinsparung. Endkunden profitieren von mobilen Breitbanddiensten auch in ländlichen Gegenden, von verbessertem Empfang und von Kosten- und Strahlungsreduktion. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung von Booz Allen Hamilton.
Eine flächendeckende Versorgung mit einem UMTS-Netz, das neben Sprachdiensten auch alle mobilen Breitbanddienste abdecken könnte, war bisher in Österreich zu teuer: Im Vergleich zum herkömmlichen GSM-Netz waren aufgrund der höheren Betriebsfrequenz um rund 40% mehr Standorte erforderlich. „Momentan lösen Mobilfunkbetreiber das Flächendeckungsproblem, indem sie neben dem existierenden GSM-Netz zusätzlich ein UMTS-Netz, WLAN-Hotspots und WiMAX-Verbindungen aufbauen. Diese Multi-Access-Strategie erfordert signifikante Investitionen und führt zu hoher Komplexität der technischen Infrastruktur sowie zu einem Anstieg des Betriebsaufwandes und der –kosten“, erklärt Christian Fongern, Vice President und Telekommunikationsexperte bei Booz Allen Hamilton.
Eine aktuelle Weiterentwicklung von UMTS könnte das Blatt aber nun wenden. Namhafte Hersteller arbeiten zurzeit daran, UMTS im 900 MHz Frequenzbereich, der bisher nur für GSM zur Verfügung stand, einzusetzen. „Die flächendeckende Einführung von UMTS im 900 MHz-Bereich bei gleichzeitigem Abschalten des bestehenden GSM-Netzes würde eine Einsparung von 30% der Netzbetriebskosten ermöglichen“, rechnet Fongern vor. „Das kommt für einen der großen Mobilfunkbetreiber immerhin auf rd. 40-50 Mio. Euro im Jahr“. Werden diese Einsparungen an den Kunden weitergegeben, könnte schon bald „mehr Leistung für weniger Geld“ angeboten werden.
Innovationsschub: Top-Empfang und weniger Strahlung
„Die Vision vom flächendeckenden mobilen Breitband wäre endlich Realität“, blickt Fongern in die Zukunft. Für Endkunden würde die Einführung des neuen Netzes bedeuten, dass nun auch abgelegene ländliche Gegenden problemlos mit mobilen Breitbanddiensten versorgt werden und der Empfang in Innenräumen ebenfalls stark verbessert werden könnte. Ein weiterer Vorteil liegt in der Reduktion der allseits bemängelten Strahlung. Durch das Schließen des GSM-Netzes könnte die Anzahl der Basisstationen um rund 40% herabgesetzt werden, da die bisherige Doppelung von GSM- und UMTS-Sendestationen vor allem im städtischen Bereich wegfallen würde.
Die neue Technologie bringt auch einen starken Innovationsschub und bringt dem Herstellermarkt neue Anstöße, da alle Endkunden innerhalb der nächsten 3 bis 4 Jahre mit UMTS-Endgeräten ausgestattet werden müssten.
Kooperation und rasches Agieren aller Player erforderlich
Der Nachfragedruck durch die Mobilfunkbetreiber in Europa steigt, obwohl in einigen Ländern erst in 2015 die GSM-Lizenzen auslaufen. Fongern rechnet trotzdem damit, dass die neue Technologie bald verfügbar sein wird. Um diese Vision umzusetzen bedarf es jedoch eines Schulterschlusses zwischen Netzbetreibern, Herstellern und dem jeweiligen Regulator, der die 900 MHz Frequenzen technologieneutral vergeben muss oder eine Umsattelung von GSM 900 auf UMTS 900 genehmigt. Bei baldigem Projektstart wäre es möglich, den Großteil der Kunden innerhalb der nächsten sechs Jahre auf UMTS 900-Geräte umzustellen. Dieser Zeitrahmen kann gemeinsam für intensives Lobbying und die Umstellung aller Unternehmensabteilungen auf die neue Technologie genutzt werden.
„Noch hat kein europäischer Mobilfunkmarkt die Umstellung durchgeführt. Die Erfahrung ist dadurch bisher sehr gering“, erklärt der Booz Allen-Experte. „Doch wir sind davon überzeugt, dass die kritischen Punkte gemanagt werden können und bei Einführung des neuen UMTS-Netzes alle Beteiligten langfristig profitieren werden“, so Fongern abschließend.
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Mehrdokht Tesar
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